Dessous, oder Lingerie, wie sie manche nennen, ist nicht nur gewöhnliche Unterwäsche, sie ist die Basis, auf die jede Frau ihre Kleidung, ihre Identität und letztendlich ihr gesamtes Erscheinungsbild aufbaut. Ihre intimsten Kleidungsstücke, ein sehr persönlicher und geheimer Ausdruck ihrer Schönheit, ihrer Stimmung und ihrer persönlichen sexuellen Identität. Die Wahl ihrer Dessous beeinflusst ihr Verhalten und ist oft entscheidend, wo der Tag enden soll : im Büro, im Fitnesscenter
oder bei einem romantischen Abendessen.
Schon die alten Ägypter und Griechen haben Unterwäsche getragen, z.B. zeigen einige Grabmalereien in Ägypten Pharaonen in Socken und auf griechischen Vasen des minoischen Zeitalters sind Athletinnen zu sehen, die ihre Brüste hochschnüren, wahrscheinlich zum Schutz. Man kannte zwar auch im alten Rom der Antike schon etwas Ähnliches wie einen BH, aber die meisten Stücke der Damen - und Herrenwäsche sind jedoch Erfindungen jüngerer Zeit. Unterhosen für Damen kamen beispielsweise erst im 18. Jahrhundert in Mode, früher galt es als ungesund, wenn Damen unter ihren Röcken und Kleidern etwas anderes als Unterröcke trugen.
Die europäischen adligen Frauen trugen im Mittelalter unter ihren reich verzierten und wertvollen Überkleidern Unterkleider aus Leinen. Diese Leinenunterkleider wärmten die Körper einerseits und schützten die kostbaren Gewänder von nicht besonders sauberen Körpern der Damen, da man im Mittelalter eher selten ein Bad nahm. Heizungen, so wie wir sie heute kennen gab es natürlich auch nicht.
Die Mode änderte sich allmählich und die Unterwäsche bekam immer größere Bedeutung, Vorreiter auf dem Gebiet der Damenwäsche, wie sehr viele Bezeichnungen der Unterwäsche und schon allein die Wörter “Dessous” und “Lingerie” zeigen waren natürlich die Franzosen. Zur Zeiten Napoleons Bonaparte beherrscht Frankreich unter seiner Führung halb Europa und der Rest der europäischen Staaten erzittert in großer Angst vor dem großen Generalé Bonaparte.
Alle diplomatischen Beziehungen werden in ganz Europa in französischer Sprache geführt. Französisch wird in allen Adelshäusern Europas zur Pflichtsprache. Natürlich ist die Sprache nicht der einzige Exportprodukt Frankreichs dieser Zeit, es ist vor allem die Mode, die sehr erfolgreich aus Frankreich exportiert wird. Sehr bald möchte jede Frau, die etwas von sich hält sich nur in Frankreich designte und genähte Kleider kleiden. Besonders Kleider aus kostbarer Seide werden überall in Europa der Renner.
Mit diesem großen Erfolg entstehen die ersten Kleider - Kataloge, die nur schwer und auf persönliche Bestellung zu kriegen waren. Die Kataloge zeigten nicht nur neue Trends in Sachen Damen - und Herrenkleidung, sondern auch im großen Stil moderne Unterwäsche und Schuhe. Wenn sich ein gut betuchter Mann seiner Frau oder Verlobten ein schönes und teures Geschenk machen wollte, konnte er einfach ein Kleid aus dem französischem Katalog aussuchen und bestellen, damit würde er immer eine große Freude seiner Liebsten machen. Doch damals hieß das nicht, dass das Kleidungsstück in 14 Tagen schon den Besteller erreichte, denn damals schneiderte und nähte man die Kleider nach Maß, auch Unterwäsche ! So musste der Besteller manchmal bis zu 6 Monaten auf sein bestelltes Stück sehnsüchtig warten. Dafür war es meist ein Unikat und passte perfekt. Die Damen, die sich das leisten konnten waren ein Zeichen von Reichtum, Schönheit und Modebewusstsein.
Gerade in dieser Zeit bekommt Unterwäsche für Damen eine außerordentlich große Rolle als ein formendes und modellierendes Element der Kleidung.